Haus der Senioren
HAUSderSENIOREN

Haus der Senioren gegen Rechtsextremismus

 Das Altenheim in Gundelfingen nimmt als einzige Institution im Landkreis an der Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus“ teil

(Augsburger Allgemeine 19.03.2016)




Sie wollen darauf zeigen, wie normal und bereichernd es sein kann, wenn Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund zu den Kollegen gehören. Auf dem Bild (von links) Andreas Schrettle, Anette Heitz und Claudia Ruf-Hegele.

Im Eingangsbereich stehen sie, die beiden Banner. „Wir sind bunt“, prangt in großen Lettern über Fotos von verschiedenen Mitarbeitern.
Die Menschen auf den Fotos stammen unter anderem aus der Türkei, Polen, den Philippinen, Spanien oder aus Sierra Leone. Aber sie haben etwas gemeinsam. Sie alle arbeiten im Haus der Senioren in Gundelfingen. Das hat die Banner für den Aktionstag „Hand in Hand gegen Rassismus“ gestaltet, der am heutigen Samstag ist.

Die stellvertretende Leiterin des Hauses, Annette Ruf-Hegele, sagt: „Wir haben viele Mitarbeiter, die nicht aus Deutschland kommen.“ Genauer gesagt sind es etwa 20 der rund 140 Angestellten. Zu denen gehören neben drei Asylbewerbern, die in dem Haus eine Ausbildung machen, auch Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, die schon lange im Haus der Senioren arbeiten. „Wir wollen deutlich machen, dass das etwas ganz Normales ist und einfach dazugehört“, sagt Ruf-Hegele, „So, wie hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen leben, so unterschiedlich sind eben auch die Mitarbeiter.“ Die Finanzchefin des Heims, Anette Hitz, ergänzt: „Und es ist eine Bereicherung für die Bewohner.“

Einer der Mitarbeiter, die auf dem Banner zu sehen sind, ist Johann Maj. Er stammt aus dem polnischen Schlesien und ist im Seniorenheim für die Technik zuständig. „Ich bin selber mehr oder weniger ein Flüchtling“, sagt er. Die Aktion findet er gut, da sie die Vielfältigkeit im Haus hervorhebt.

Daher beteiligt sich die Institution am bundesweiten Aktionstag. Der wird unter anderem von Pro Asyl und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstützt. Deutschlandweit sind knapp 140 Aktionen und Infoveranstaltungen angemeldet.

Im Landkreis ist es nur eine. Ein Grund dafür könnte sein, dass dazu relativ kurzfristig aufgerufen wurde, überlegt Ruf-Hegele. „Ich habe von der Aktion im Newsletter von Pro Asyl gelesen“, sagt sie. Das sei vor drei bis vier Wochen gewesen. Der Plan für die Banner wurde dann schnell gefasst und in die Tat umgesetzt. Andreas Schrettle, der den praktischen Teil seines dualen Studiums im Seniorenheim absolviert, hat die Fotos gemacht. Die Mitarbeiter hätten die Idee gut aufgenommen, erzählt er. Und auch von einer Bewohnerin habe er zu den eben erst aufgestellten Bannern eine positive Rückmeldung bekommen.

Generell käme die internationale Belegschaft bei den Bewohner gut an, sagt Ruf-Hegele. Als die Asylbewerber ihre Ausbildung begannen, da habe sie sich noch gefragt, „wie die von den Bewohnern angenommen werden“. Es gehe in der Pflege eben um intime Dinge. Doch das sei kein Problem gewesen. „Es tritt, denke ich, sehr schnell der Mensch in den Vordergrund“, sagt sie. Wenn die Bewohner ihre neuen Pfleger kennengelernt haben, gebe es keine Berührungsängste.

Das solle aber nicht heißen, dass es mit Mitarbeiter aus fremden Kulturen überhaupt keine Schwierigkeiten gebe. „Man sollte auch nicht so tun, als gebe es keine Probleme. Aber die haben wir auch mit Deutschen, auch wenn es andere sind. Das ist doch normal.“ Für die Flüchtlinge sei es etwa schwer, sich an die Struktur und an Dinge wie den Dienstplan im deutschen Seniorenheim zu gewöhnen. „Aber so etwas kennen wir auch von anderen Azubis“, fügt Ruf-Hegele hinzu.

Quelle: Augsburger Allgemeine (Jakob Stadler)

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